The Man from the Swamp

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Day 4 – The Man from the Swamp

Typisches Wetter in der Heimat!
Typical homeland weather! / Typisches Wetter in der Heimat!

It’s still raining in the morning and quite foggy. Today no nightingale sings
but seagulls screaming instead. Homeland! The weather fits perfect, just coast. I pack up, all dripping wet. No fun!

The landscape is flat like a pancake, where one can see on Monday who’s coming on Friday. No hills, which is great for my legs. They understood that brain wins over muscle (at least today…). After a few kilometers I reach peatland, where bustling people still harvest the dead mosses. Peat. Right here peat cutters found

“The man from the Swamp”

1895 during work in 2 meters depth and I want to check on the area.

Moormann von Obenaltendorf.
Where they found the Man from the Swamp 1895. / Wo der Moormann von Obenaltendorf gefunden wurde
Man from the Swamp.
Wo der Moormann von Obenaltendorf gefunden wurde. / Where they found the Man from the Swamp 1895
That poor sod has been buried here (260-380 BC by 14C) and not killed which was the denier cri at that time for witches or criminals. The urgent called village teacher thought so as the body was wrapped in a woollen coat and still had a silver talisman. Surely that the corpse was robbed now. The smart teacher wanted to sell the body but no museum wanted it until a travelling chapman took it to make power out of it … which he wanted to sell powdered to ill idiots. So don’t you joke about the Chinese! 1919 parts of the corps came to light.

The man from the Swamp was about 2 meters tall,

blond and was wrapped in a woollen coat of 173 x 253mm. He was wearing woollen trousers, gaiters and shoes, which are still the preppers favourite when plastic bottles are not available.

Zeichnung des Moormannes und Bademode 1600
Reconstructed swamp man and 1600 years later. Hm?! / Zeichnung des Moormannes und Bademode 1600 Jahre später. Hm!?

Sandale damals und heute. / Then and today

Just one kilometer into the peatland obviously not so “qualified personnel” plodding in the peat-ditch and piling bricks of peat. None of any languages I am acquainted with (7) is understood … I ponder a while about “blondy’s grave” here and wonder why the village folk buried him here four clicks away from the official boot hill. May be blond was not so hot like today (MM), then.

Bülkau
One-horse-towns flair. / Bülkau

I wheel on: Wingst, Dobrock, Bülkau tiny one-horse towns, homeland! In Ihlienwort I spot the first mom-and-pop shop after 200 clicks. (Ihlienwort! It’s a no-go!) Fruits and veggee stuff says the sign outside. I hoof in. The shop lady looks like Cameran Dias in her best days. Wow! Another no-go in Ihlienwort! Okay blond is hot nowadays!
She’s from Poland, studied German in Berlin and was grabbed by her now husband and they are know living in: Ihlienwort a one-horse town in my flat swampy homeland where I grew up: a no-go believe me as a “sea-billy”.

In my youth a group „ TORFROCK“ (TORFROCK ……… Rollo der Wikinger …… (Häuptling Rote Locke) Quelle: YouTube ) still roared: …
noch:


›We’re drinking the mead
Until none stands
Our boss is called Red Locks
We consume a lot of women,
and pinch lotsa things from others
we rough up mucho people
And flog ourselves until we drop.
‹ …

… and there was plenty of everything. Now they have “Vikings” on screen, same thing …

Loaded with great fruits I move on. Not long and rain is rolling in and I vanish in a damp spooky forest for the night. When I pitch my tent, mossis suck me bloodless. Where the bloody hell is the damn repellent. Sure at the bottom.

“Cameron Dias” und ihr Mann in der “Appelkiste”.
“Cameron Dias” and husband in her shop “Appelkiste” (Box of Apples)./ “Cameron Dias” und ihr Mann in der “Appelkiste”.
“Cameron Dias” und ihr Mann in der “Appelkiste”.
“Cameron Dias” and husband in her shop “Appelkiste” (Box of Apples) / “Cameron Dias” und ihr Mann in der “Appelkiste”.
 


 

Tag 4 – Der Moormann von Obenaltendorf

Typisches Wetter in der Heimat!
Typical homeland weather! / Typisches Wetter in der Heimat!

Morgens schüttet es zunächst wieder und Nebel wallt umher. Heute keine Nachtigall sondern Möwengekreische. Heimat! Das Wetter passt perfekt, Küste eben. Ich verstaue alles triefend nass. Immer doof das ist!

Das platte Land, wo Mann Montags sehen kann, wer Freitags zu Besuch kommt, tut meinen Beinen gut. Sie haben außerdem erkannt, dass Geist über Muskeln siegt (heute jedenfalls). Nach ein paar Kilometern biege ich in ein Moor ab, wo emsige Menschen immer noch die vergammelten Moose (Sphagnum) abernten: Torf. Genau hier in diesem Moor wurde nämlich 1895 der

„Moormann von Obenaltendort“ von Torfstechern

in 2 Meter Tiefe gefunden und die Gegend wollte ich mir anschauen.

Moormann von Obenaltendorf.
Where they found the Man from the Swamp 1895. / Wo der Moormann von Obenaltendorf gefunden wurde
Man from the Swamp.
Wo der Moormann von Obenaltendorf gefunden wurde. / Where they found the Man from the Swamp 1895
Die arme Sau wurde anscheinend dort im 3. Jahrhundert (260-380 n. Chr. lt. 14C) vier Kilometer vom Dorf entfernt begraben und nicht versenkt; so der eilig zu Hilfe gerufene Dorflehrer bei weiterer Grabung resümierte. Denn der Vergrabene wurde erst von ihm gefleddert. Vergebliche Versuche den Leichnam an ein Museum zu verscherbeln, schlugen fehl. Schließlich erwarb ein Händler das Skelett der Leiche, um es als Mumia * an gläubige Kranke zu verkloppen. Also nicht über die Chinesen lästern! 1919 tauchten Teile der Gebeine wieder auf.

Der Kerl war zwei Meter groß und hatte blonde Haare

und war in einen 173 x 253mm großen Wollmantel gehüllt, der den dernier cri der Zeit symbolisierte. Er hatte Gamaschen und Bundschuhe an, die sogar heute noch von Survival-Spezialisten gefertigt werden, wenn die Plaste-Buddel fehlt. Als Schmuck hatte er nur eine 1,5 cm römische Bulla (Brosche) dabei.

Zeichnung des Moormannes und Bademode 1600
Reconstructed swamp man and 1600 years later. Hm?! / Zeichnung des Moormannes und Bademode 1600 Jahre später. Hm!?

Sandale damals und heute. / Then and today

Kaum einen Kilometer von der Straße ab schuftet augenscheinlich weniger „qualifiziertes Personal“ und stapelt im Torfstich Torfplacken auf. Keine, der mir geläufigen Sprachen wird verstanden, nicht einmal Platt … Ich schaue mir die quadratkilometergroße Fläche an und checke mit dem GPS wo Blondi ungefähr gefunden wurde.

Ich sinniere eine Weile darüber, wie es hier wohl vor 18 Jahrhunderten ausgesehen haben muss, und warum die Menschen den Typen vier Kilometer vom Dorf weg an dieser Stelle begraben hatten. Blond war wohl nicht so angesagt wie heute.

Bülkau
One-horse-towns flair. / Bülkau

Ich düse weiter, durch die Wingst, Dobrok, Bülkau. Etwas später am Tag entdecke ich den ersten Tante-Emma-Laden nach 200km in Ihlienwort, einem Kaff „wo… geht gar nicht“. Obst und Biosachen gibt es in dem feinen Laden. Begeistert latsche ich rein, um fett einzukaufen. „Geht gar nicht“, denke ich, denn die Eigentümerin sieht aus wie Cameron Dias in ihren besten Jahren. Im Gespräch kommt heraus, dass sie Polin ist, Deutsch in Berlin studiert hat. „Mann kam Frau nahm“ somit ist sie hier gelandet. Ihlienwort muss ich sagen, was damals die Grenze des Jagdgebietes für mich auf Dorffesten gewesen ist, denn hier in der Nähe wuchs ich auf. Damals röhrte„ TORFROCK“ (TORFROCK ……… Rollo der Wikinger …… (Häuptling Rote Locke) Quelle: YouTube ) noch:


›Wir saufen den Met
bis keiner mehr steht
unser Häuptling heißt Rote Locke
wir verbrauchen viel Frau’n
und tun Leute beklau’n
und hau’n uns reichlich auf die Glocke‹ …

… und es gab reichlich von Allem.

Ihlienwort geht auch gar nicht, ein Kaff im Nichts des platten vermoorten Landes; aber schön ruhig.

“Cameron Dias” und ihr Mann in der “Appelkiste”.
“Cameron Dias” and husband in her shop “Appelkiste” (Box of Apples)./ “Cameron Dias” und ihr Mann in der “Appelkiste”.
“Cameron Dias” und ihr Mann in der “Appelkiste”.
“Cameron Dias” and husband in her shop “Appelkiste” (Box of Apples) / “Cameron Dias” und ihr Mann in der “Appelkiste”.

Wenig später rollt der Regen heran und ich verkrieche mich in einen dumpf-feuchten, dunklen Wald, wo mich beim Zeltaufbau die Mücken blutleer saugen. Wo ist noch das Scheißmückenmittel verpackt. Ganz unten, klar.

* Mumia: Es sollte gegen so gut wie jede Krankheit helfen und wurde zusätzlich als ein Aphrodisiakum gepriesen. Man schluckte es, rieb es auf die Haut oder tat es direkt auf die Wunde.

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