Forest of the Rats

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Day 27

This morning is chilling cold with only 13° C after the brain splitting heat yesterday. Directly from my asylum I can dive into the woods. Riding is not possible again. Too steep. I join a walking path and have to fight ticks, which are hanging on the high grass. I am cursing my way for two hours uphill arriving at a road which is blocked by constructing workers renewing the asphalt surface. Nice smell when you’re panting coming out of the woods all over sweat and ticks … characteristic to this ambience is the name of the next one-horse-town on the hilltop:

Rattenharz means:

literally forest of the rats! (the German “Harz” means resin, but in the middle ages …harz or …haard, …hart meant forest in this area, too)

Rattenharz and 20 % downhill.
Uphill to Rattenharz (“Forest of the Rats”) and 20 % downhill.
Rattenharz and 20 % downhill.
Uphill to Rattenharz (“Forest of the Rats”) and 20 % downhill.

This forest of the rats has been the cradle for some rumors in 1525. Serfage farmers wanted to be free, what a blasphemy at that time, even more nowadays. The “Helle Haufen” (“Bright Bunch”) formed by people of serfdom (5,000 men) kicked asses and burnt castles and monasteries but at the end all were beat by the Blue Bloods. Both sides learnt from that clash and forgot until today…

a meadow in the Forest of the Rats.
An old barn with two pear trees on a meadow in the Forest of the Rats.

The good thing after my ascent is there will be always some downhill. 20 % with smoldering breaks again but unfortunately into another horror valley with typical traffic rolls through. This area near Esslingen is highly populated and quite ugly, much industry and I have to get lost ASAP. I follow a path near another main traffic route joint by the whining sounds from the tires of heavy trucks. At the end of the day I ended up in some place where I found a meadow to pitch my tent under another chestnut tree. I am aware that I am too tired to accomplish the long ascent to the top of the Swabian Alp after this long day of “rollercoaster ride”.

My “yard” for the night under the chestnut tree.
My “yard” for the night under the chestnut tree. In the backdrop my next day’s ascent to top of the Swabian Alp.


Tag 27 – Wald der Ratten

Dieser Morgen ist erneut kalt. 13° C nach der gnadenlosen Hitze gestern. Das Wetter macht einen verrückt, wie die Politik. Doitschland eben. Ich kann direkt von meinem Asyl in den Wald aufsteigen. Steigen ist genau richtig, denn fahren geht wieder nicht. Zu steil. Ich folge schiebend einem Wanderweg mit hohem Gras und wehre diverse Zeckenangriffe ab. Fluchend kämpfe ich mich zwei geschlagene Stunden hoch, bis ich auf die Straße treffe, die von Bauarbeitern blockiert wird. Die lassen mich aber durch. Geiler Geruch, wenn man hechelnd, Schweiß triefend und die letzten Zecken absammelnd, aus dem Wald mit frischer Luft über dampfenden Asphalt wankt. Dazu passt natürlich, dass das nächste Kaff

Rattenharz heißt.

Das wiederum rührt von …haard, …hart oder eben …harz für Altdeutsch Wald her; also Rattenwald.

Rattenharz and 20 % downhill.
Rattenharz und 20 % abwärts
Rattenharz and 20 % downhill.
Rattenharz und 20 % abwärts

Im Rattenwald gab es 1525 Zoff. Leibeigene Bauern wollten frei sein, welche Blasphemie derzeit; manche Politiker denken dies heute immer noch … Der „Helle Haufen“ bestehend aus Leibeigenen (5.000 Männer) lehnten sich gegen die Herrenmenschen auf, meuchelten, brannten die Burgen und Schlössen nieder, aber am Ende siegten die Blaublüter. Beide Seiten lernten aus diesem Desaster, allerdings wurde es bis heute wieder vergessen …

a meadow in the Forest of the Rats.
Eine alte Scheune auf einer Wiese im Rattenwald beschützt von zwei Birnenbäumen.

Das gute an diesem Wald … es geht danach 20 % bergab. Mit glühenden Bremsen erreiche ich ein neues Horrortal, wo sich eine endlose Schlange Lkws durch die engen Kleinstädte schiebt. Ich kaufe nur ein und verschwinde durch extrem hässliche Industrieorte, die Visionen von Detroit Slums in mir aufkommen lassen. Diese Ecke Doitschlands ist ziemlich bevölkert und industriell sehr produktiv.

Begleitet vom wimmernden Geräusch der Lkw-Reifen von der nahen Bundesstraße winde ich mich dem Höhenzug der Schwäbischen Alp entgegen. Am Ende des Tages finde ich erneut eine schöne Wiese mit einer Esskastanie unter der ich mein Lager aufbaue. Den Anstieg auf die Alp vertage ich nach der Achterbahn heute auf morgen früh.

My “yard” for the night under the chestnut tree.
Mein Zuhause für die Nacht unter dem Esskastanienbaum. Im Hintergrund der Anstieg auf die Schwäbische Alp morgen.

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