Almost done!

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Day 29

I had a nice flat for a great price in a perfect home and even got a welcome drink. Usual they don’t take people in only for one night but this time when they see me in blood sweat and almost „tears“ …

I could refresh, patch my several wounds and my sore butt, wash my clothes and make all things ready to meet my family of 50.000 … at the Outdoor Fair in Friedrichshafen 90 clicks to go.

I knew it is a big mistake but I sleep in. When I start around 9:00 a.m. the heat feels like a hit in the face. So like many days before. No wind and stifling air. Good thing is: downhill again. Well almost. I have to cross the valley of the big river Donau and got lost, I don’t know for how many times. All trails lead to Riedlingen and may be to Rome as well, just great. I won the jackpot: the last choice of four was correct.

All ways lead to Riedlingen. Just great!
All ways lead to Riedlingen. Just great!

Cruising around in the lowland I spot this “tree thing with a cross” in the middle of a cornfield. As a “seabilly” surrounded by pirates and “hillbillies” on the other side I know that farmers tend to make everything flat like a pancake and not leaving anything out. So I have to check, might be interesting – and in fact it is. The blue blooded Hun Adonis Andreas von Sonnenberg did insult another blue blooded Felix von Werdenberg because of his short stature on a wedding.

Felix consequently threated Andy to kill him. When Andy came back from a hunt May 10th, 1511 Felix with a horde of his churl ambushed Andy and killed him with 20 lance thrusts. His ancestors try to sue Felix by blood justice but the Emperor had to suspension this pled. I read the story and though:

“Man, we’ve got a renaissance of blood justice nowadays in Görmany!”

The widow sponsored to build a chapel at this place in 1513 and services were hold. Franciscan eremites lived at this place until 1817 when Franz Lutz (“The Reed Brother”) was found decapitated in the chapel. The murder was never solved. After this blasphemy the chapel was desecrated and against the public will (like today!) was broke down. A few years later a cross was erected and trees were planted, standing here until today when a pirate (me) passed through … Nowadays we know the decapitation was done by the IS in early days.

I move on always aware if there are some IS fighters are hidden in the reed as they still coming in loads to find a save place to live.

The chapel of the “Murder in the Reed” 1511
The chapel of the “Murder in the Reed” 1511
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The chapel of the “Murder in the Reed” 1511
The chapel of the “Murder in the Reed” 1511

After crossing the river Donau, I am lost again in the woods. Orreith, I follow the signposts and end up in a wetland wheeling through mud and water reaching my wheel hubs. Yes, yes the path is correct. After coming out of that mess a dog spots me, sees me and flees in terror of the swamp monster. Honestly!

In some one-horse-town I find another praying place

“The church of Feast of immaculate Conception”.

Wow, they must have money here and being in real deep shit regarding to the wealth in that church.

“The church of Feast of immaculate Conception”
“The church of Feast of immaculate Conception” near Bad Saulgau.
“The church of Feast of immaculate Conception”
“The church of Feast of immaculate Conception” near Bad Saulgau.

Actually I plan to reach Friedrichshafen today but then I come across that nice campground on a lake I changed my mind. The fair will start in two days and hanging out here won’t be bad either. What I forgot is the day. This well-versed Bible lovers in the south (not to mix up with us pagan-pirates from the north shore) they had a long weekend, to pray and to feast and drink.

Therefore this campground is just packed by families and drinkers.

But what the hack, I am having been so alone the last month I am happy for some accompany.

Ferienzeit in Deutschland!
Görmany has me back again!
Zur ferienzeit auf einem Deutschen Campingplatz.
Görmany has me back again!

I have to get used to the hundred of terrorizing kids and all the people and I realize how sparse space is in Görmany: space between the tents – half a meter. And then the churches in the village Illmensee. The tolling of every 15 minutes after full: once, 30 minutes twice, 45 minutes trice, full four times and then a big gong bell strikes the full hour by the time 0-12 times.

“Fuck!”

There is no relieve and rest at all. When I try to sleep my hard drinking neighbor tries to tell his kids a story makes them sleep. I am the one, who falls asleep, half an hour later I wake up and keep listening, then he falls asleep. I say:

“Hey man, now I want to know the end of the story!”,

but without success.


Tag 29 – “Ich habe [fast] fertig!”

Ich hatte eine tolle Ferienwohnung ergattert und bekam sogar einen Willkommensdrink. Normalerweise nehmen diese offensichtlich reichen Leute keine Gammler wie mich auf, aber als ich da so verschmutzt, verschwitzt und fast in „Tränen“ vor ihnen stehe, erbarmen sie sich …

Ich kann mich und meine Klamotten in Ordnung bringen und die entzündeten Stellen reinigen, um meine „Familie“ von 50.000 auf der Outdoor zu treffen; nur noch 90km.

Ich weiß, es ist ein Fehler, aber ich schlafe aus. Als ich um 9:00 Uhr endlich aufbreche fühlt sich die Hitze schon an, wie ein Tritt ins Gesicht. Kein Wind und bleierne Glut. Das Gute: bergab. Okay meistens! Ich erreiche die Donauniederung nach halsbrecherischer Abfahrt und verfranze mich natürlich wieder. Ich weiß nicht, wie oft. Alle Wegweiser führen nach Riedlingen und vielleicht auch nach Rom, keine Ahnung. Toll. An einer Kreuzung bekomme ich den Jackpot: Erst die vierte Wahl bringt mich hier raus.

All ways lead to Riedlingen. Just great!
Aller Wege führen nach Riedlingen. Toll!

Als ich so von Bier und Fleisch träumend durch die Niederung strampele, entdecke ich ein Kreuz und Bäume mitten in einem Maisfeld. Passt nämlich hier nicht hin. Als Pirat ausm Bauerkaff weiß ich, dass Bauern alles platt machen, um ihren Ertrag zu erhöhen, egal was da im Weg ist. Also quäle ich mich dort auch noch hin, kann ja interessant sein.

Und in der Tat, es ist `ne Story: Also der blaublütige Hunne Adonis Andreas von Sonnenberg beleidigte den ebenfalls adeligen Felix von Werdenberg wegen seiner mickrigen Erscheinung. Felix war sauer, und drohte den Hunnen zu ermorden. Als Andy von einer Jagd in eben dieser Niederung, die jetzt ein trocken gelegtes Maisfeld ist, zurückkam, meuchelte der Mickrige mithilfe seiner Vasallen am 10. Mai 1511 den tollen Kerl mit 20 Lanzenstichen. Er war wohl ganz schön sauer. Egal, Andys Angehörige reichten Klage wegen Blutrache bei dem Kaiser ein, aber Blutrache war eben damals noch Blutrache; also ein Kavaliersdelikt, und ist in Doitschland heutzutage wieder sehr beliebt.

Andy`s Witwe sponserte sodann eine Kapelle am Platz der Tötung 1513, wo fortan Gottesdienste abgehalten wurden. Franziskanische Eremiten hingen hier bis 1817 ab, bis zu dem Tage als Franz Lutz, „Der Bruder im Rieth“, geköpft aufgefunden wurde. Dieses Verbrechen wurde nie geklärt. Der Mord war eine Blasphemie und die Kapelle wurde daraufhin gegen den Willen der Bevölkerung entweiht und abgerissen.

Etwas gegen den Willen der Bevölkerung durchzusetzen, erlebt heutzutage auch eine Renaissance. Einige Jahre später stand plötzlich ein Kreuz an der Stelle und Bäume wurden gepflanzt, welches bis heute selbst für Piraten aus fernen Landenzu bewundern ist. Ich weiß, zum dritten Mal Renaissance, aber Köpfungen sind doch gerade erneut mega in.

Ich komme nur langsam auf den aufgeweichten Feldwegen voran und halte mich von dichtem Riethbewuchs fern. Kann ja immerhin sein, dass versprengte IS Kämpfer, die hier in Ruhe und Frieden leben wollen, weiterhin trainieren wollen. Training ist gut! Ich will hier nur lebend raus.

The chapel of the “Murder in the Reed” 1511
Die Kapelle “Der Mord im Rieth” 1511
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The chapel of the “Murder in the Reed” 1511
Die Kapelle “Der Mord im Rieth” 1511

Ich glaube es selbst kaum, aber ich finde nach etlichen Umwegen den Donauübergang und verfranze mich erneut. Ich folge zwar den Wegweisern genauestens, durch Wälder, gemähte Wiesen und ende schließlich bis zu den Radnaben im Sumpf steckend an einer trockenen Quelle. Okay, trocken meistens, denn nach dem nassesten Frühling seit der Aufzeichnungen führt sie wieder Wasser. Nachdem ich mich endlich aus dem ehemals trockenen und jetzt sumpfigen Sumpf hervor gequält habe, steht da ein Hund vor mir, der sofort mit eingeklemmtem Schwanz jaulend flieht.

„Ich muss wieder ganz schön scheiße aussehen!“, geht mir durch den Kopf.

Im nächsten Kaff steht wieder eines dieser tollen Betgebäude:

„Die Kirche des Fests der unbefleckten Empfängnis“

und mir kommt in den Sinn, dass die Betbrüder bestimmt nicht durch den versumpften Sumpf hier aufgelaufen waren, von wegen Flecken und so … Abgesehen davon, frage ich mich, wo zum Teufel (Ja!) hatte die so viel Kohle her, um ausgerechnet hier einen solchen Prachtbau in diesem Kaff zu erreichten? Oder die Jungs und Mädels hier, hatten mächtig die Kacke am Dampfen …

“The church of Feast of immaculate Conception”
„Die Kirche des Fests der unbefleckten Empfängnis“ in der Nähe von Bad Saulgau.
“The church of Feast of immaculate Conception”
„Die Kirche des Fests der unbefleckten Empfängnis“ in der Nähe von Bad Saulgau.

Eigentlich will ich heute noch nach Friedrichshafen, aber als ich da so diesen tollen Campingplatz am See entdecke und an mir herunter schaue, ändere ich meine Meinung. Die Outdoor-Messe fängt erst in zwei Tagen an, und ich bin mir nicht sicher, ob die Duschen auf dem Messegelände schon aufgebaut sind. Was mir als „ungläubiger“ Pirat nie in den Sinn gekommen ist, sind die unglaublich vielen freien Tage bei den Katholen, damit sie sich wund beten, mächtig trinken und feiern können, und dieses lange Wochenende ist wieder so eines.

Der Zeltplatz ist proppe voll:

Trinker und Familien, beten ist augenscheinlich Nebensache! Aber scheiß drauf, ich bin so lange allein unterwegs gewesen … ganz gut mit etwas Gesellschaft.

Ferienzeit in Deutschland!
Doitschland hat mich zurück!
Zur ferienzeit auf einem Deutschen Campingplatz.
Doitschland hat mich zurück!

Ich muss mich nur an die Hunderte von Kindern gewöhnen, die mich und alle anderen ununterbrochen terrorisieren, die Hunde, die alle nicht beißen, aber scheißen und: ganz wichtig. Es gibt kaum Platz! Zwischen den Zelten einen halben Meter. Meines ist das kleinste, deshalb habe ich noch einen Platz bekommen. Total ausgebucht es hier ist. Ach ja, und dann noch die fette Kirche in Illmensee, von wegen beten und so. Die Glocken: alle 15 Minuten nach voll; Gong, 30 Minuten nach voll; Gong Gong; 45 Minuten nach voll; Gong Gong Gong, voll; zuerst Gong Gong Gong Gong und dann die jeweilige Stunde (18:00); Gooonnnnng, Gooonnnnng, Gooonnnnng, Gooonnnnng, Gooonnnnng, Gooonnnnng.

“Scheiße!”

Es gibt kein Entkommen und Ruhe auch nicht. Als ich versuche einzuschlafen, erzählt mein lallender “Bettgenosse” im Zelt einen halben Meter weit weg, seinem ebenfalls nicht schlafen könnenden Sohn eine Gutenachtgeschichte, aber offensichtlich penne ich ein. Etwas später wache ich auf und höre erneut zu, da pennt der Typ mitten im Satz ein und ich sage:

„Hej Mann, ich will jetzt das Ende der Geschichte hören!“,

ohne Erfolg.

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